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Wie der Landratsschoppen zu seinem Namen kam
Als die Landräte
noch kleine Landkreise zu betreuen hatten, blieb ihnen mehr Zeit ihren
persönlichen Neigungen nachzugehen.
Der Landrat von
Karlstadt, Erwin Ammann, konnte es sich in den 60iger Jahren durchaus
leisten, mindestens einmal in der Woche nach Dienstschluss, die direkt
neben dem Amtsgebäude gelegene Gastwirtschaft "Zum schwarzen
Adler" zu besuchen, um vor seiner Heimfahrt nach Retzbach immer ein
Glas Wein, also seinen Schoppen zu trinken.
Der pfiffige Gastwirt
Heribert Andres gab diesem Wein den Namen "Landratsschoppen". Er regte
an, jährlich eine Weinlage aus dem Landkreis zu dem heute unter
"Geschmacksmusterschutz" stehenden Landratsschoppen zu wählen.
Der Landratsschoppen, muß drei Voraussetzungen erfüllen:
1. Er muss im Landkreis Main-Spessart gewachsen sein.
2. Er muss ein einfacher, ungeschönter Zecherwein sein, von dem man mehr ...als einen "Schoppen" trinken kann, ohne betrunken zu sein.
3. Der Landrat selbst muss den Wein aussuchen, von dem mindestens 15 000 ...Liter auf den Markt kommen sollen.
Auch der derzeitige
Landrat Armin Grein hat diese in der Bundesrepublik Deutschland
einmalige Auswahl eines qualitätsvollen und trockenen Weines zum
Landrats-
schoppen beibehalten.
In jedem Jahr wird im September der neue Landratsschoppen meist im ehemaligen Weinkeller der Ruine Karlsburg vorgestellt.
Die
Winzer, die ihn erzeugt haben, sind stolz auf ihre Leistung. Die
Weinkenner, die ihn versuchen, legen sich einen Vorrat zu, damit sie
das ganze Jahr über einen reinen, trockenen und wohlschmeckenden
Wein im Keller haben: Den "Landratsschoppen!"
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